Erdbeeraroma

Ohne festes Ziel ging ich los an diesem schönen Septembersonntagabend. Anlass war, an der Tanke was süsses zu holen. Doch spontan kamen ein paar Schritte mehr dazu und ich fand mich im kurdischen Volksmarkt an der Ecke wieder. Für mich ist das wie Ferien dort, für die meisten Kunden vermutlich eher wie Heimat. Kaffee ging mir heute aus und die haben meine Lieblingssorte, hergestellt in Pristina. Leider ist sie momentan nur in kleiner 2oog Packung erhältlich, also nahm ich einen Beutel aus Bosnien. Er hat kaum Platz in meiner roten Blechdose mit weissen Punkten. Das heisst, die Mokkamahlung ist gröber und darum hätte ich einen Löffel mehr in mein 2er Kupferkännchen geben sollen um die gewünschte geschmackliche Intensität zu bekommen.
Kardamom Samen habe ich auch noch gekauft. Immer bereit für ein neues geschmackliches Abenteuer, kam auch noch eine Kaffeemischung mit 10% Kardamom dazu.
Doch das eigentliche Highlight ist ein Erdbeersoftgetränk. Haben die Erdbeeren und meine rote Kaffeedose weisse Punkte so hat dies, zur Abwechslung, schwarze Punkte. Es sind Basilikumsamen die im roten erdbeeraromatisierten Inhalt des durchsichtigen Glasfläschchens schweben. Warum gibt es das? Warum macht man sowas? Und die grosse Frage: warum kaufte ich das?

Ich las einst von einem Töpfer, dass die «Überraschung» eine grosse Komponente in der japanischen Kunst sei. Man sieht eine Teetasse und denkt die ist wohlgeformt, stabil und erdig. Doch wenn man sie in die Hand nimmt, ist sie ganz leicht und durch die raue Oberfläche entsteht bei Berührung ein Kitzeln an den Fingerkuppen, fast ein Klang beim darüber streichen. Etwas, das man nicht vermutet hätte und nun überrascht. Genauso ist es mit den schwebenden Basilikumsamen. Sie sinken nicht auf den Boden des Getränks noch schwimmen sie obenauf. Sie halten schön verteilt die Schwebe. Wenn man es trinkt spürt man den glibbrigen Basilikum auf der Zunge. Ein sensorisches Erlebnis. Etwas das die verspielten Asiaten zu lieben scheinen. Die winzigen Samen saugen Wasser auf und dehnen sich auf vielleicht das 10-20 Fache ihres Volumens aus. Darum können sie nicht sinken, weil es unsichtbare Bällchen mit schwarzem Kern sind. Das Getränk wurde in Vietnam hergestellt und ich kann es mir gut in Thailand, Taiwan oder Japan in den Verkaufsläden vorstellen.

Ah-ri und ich teilten uns das Erdbeergetränk und freuten uns über die schwebenden schwarzen Basilikumsamen. Sie trägt eine Art blaue Matrosenschuluniform mit weissem Kragen. An Stelle eines Rocks weite Hosenbeine. Es scheint als ob sie aus Zeit und Raum gefallen ist. Direkt aus dem Schulalltag einer asiatischen Highschool oder dem College, das sie in ihrer Vergangenheit besucht hat, in die Gegenwart, zu uns nach Europa teleportiert. Die Haare im Schulalltag etwa alle 2-3 Tage gewaschen und leichte Abnützungen an den Nähten der ‚Uniform‘.  Ziellos, komplett im falschen Film, doch unglaublich hübsch mit ihren schönen Lippen, mandelförmigen Augen und fein geschnittenen hohen Wangenknochen. Sie hat offensichtlich einen fernöstlichen Ursprung. 

Ah-ri war auch in dem Laden. Sie irrte etwas verloren darin umher und wir begegneten uns paarmal zwischen den Gestellen. Ich sprach sie ausserhalb des Ladens an und fragte, ob sie auch da lang gehe. Sie suchte den Bahnhof, der in Richtung meines Weges lag. Ohne grosse Worte schlenderten wir der Hauptstrasse, der Baumallee, entlang. Deutsch versteht sie nicht, Englisch schon. Ich fragte nicht viel, doch es war schön mit jemandem da lang zu spazieren. Ich zeigte ihr meine Einkäufe und sagte, dass ich neugierig sei, wie der ‚basil seed softdrink‘ schmeckt. 

Sie war ganz entzückt davon. Also setzten wir uns auf eine Bank, etwas zu knabbern und die Sachen auszuprobieren. Sie hatte Zeit dafür. Wir plauderten über Essen, Musik, usw. Ich fragte nichts über ihre Herkunft, über ihr Leben. Das wäre so plump. Es ist weitaus interessanter das einfach so erzählt zu bekommen. Oder eben auch nicht. Doch ihre Aufgeschlossenheit liess mich auf Korea tippen. Sie gibt ihr Geheimnis, das vielleicht gar keines ist, nicht sofort Preis. Eine neue Geschichte hat begonnen.

Hört Israel zu

«… doch Antisemitismus, der tiefe Hass, basierend auf der Ohnmacht eines kapitulierten Intellektes, ist die Bankrotterklärung des menschlichen Geistes …»

Israel ist umzingelt von ‚Staaten‘ oder eher Gruppierungen, die einfach nur Israel auslöschen wollen. ‚Geht weg‘ rufen sie. Als ob man die Verzweiflung dieser Rufenden nicht hören würde. Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten. Das bedeutetet, eine Gewaltenteilung zu haben zwischen Gesetzgebender und Gesetzausübender Gewalt. Etwas was den modernen Staat mit Verfassung auszeichnet. Es ist eine Kultur des Dialoges notwendig um solch eine Demokratie zu bewerkstelligen die schlussendlich Wohlstand und Frieden der Menschheit bringt. Nicht weil irgend ein sogenannter, aber nicht verstandener, Gott irgendwas macht, sondern weil die Menschen ihren Verstand gebrauchen.

Das ist der Schlüssel zur Lösung aller Probleme. Braucht euren Verstand, Menschen. Guckt mal wieweit ihr durch nachdenken und bedachtes Handeln kommt. Wie weit ihr kommt, nicht durch beten für das Gute, sondern durch die gute Tat. Streit gibt es von alleine, wenn die Unstimmigkeiten nicht gelöst werden. Frieden gibt es nur durch aktives Tun des Guten.

Israel wurde 1948 gegründet und unmittelbar danach gleich von allen umliegenden Staaten angegriffen. Herodes wollte das Kind töten. Es war anders geplant, es hätte Frieden geben können. Die umliegenden Staaten wollten das nicht. Doch guckt was Israel geleistet hat. Was der jüdische Staat innert kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat. Mit Fantasie, Visionen, technischem Kalkül mitunter der klügsten Köpfe, die die Menschheit zu bieten hat. GUCKT HIN, HÖRT «den Juden» zu. Wir können etwas lernen.

Heute ist Samstag, 13. September 2025 | 20. Elul AM 5785. Das heisst der jüdische Kalender beginnt 3761 v chr. Das war so etwa die Zeit in welcher die Sumerer die Zivilisation erfanden. Die Menschen lösten sich aus der Jäger- und Sammler-Mentalität und begannen Städte zu bauen, das Land zu vermessen und einzuteilen, sie erfanden die Schrift und die Verwaltung der irdischen Angelegenheiten. Sie brauchten ihren Verstand. Das heisst, dass der vorher schon vorhanden war.

Die Menschen begannen also ihr Schicksal, wenigstens ansatzweise, selbst in die Hand zu nehmen. Diese Entwicklung setzte sich fort bis heute, wo wir es mit künstlicher Intelligenz zu tun haben. Die Sumerer begannen die Schrift zu brauchen. Sie ersetzten das Orakel. Man konnte nicht mehr «heute diese Geschichte und morgen eine dieser komplett wiedersprechende Geschichte» erfinden. Man schrieb es auf und auch nach 4000 Jahren kann man die Tontafeln noch lesen. Man beschliesst etwas gemeinsam und man kann das einsehen. Das bringt Frieden. Menschen gemachten. Dazu braucht es erstmal keinen Gott.

PM Netanyahu sagte vor dem amerikanischen Kongress über den aktuellen Krieg in Gaza, der am 7.10.23 durch den Überfall von Terrortruppen aus Gaza auf Israel losgetreten wurde:

«Es ist kein Krieg zwischen Zivilisationen, es ist Krieg zwischen Zivilisation und Barbarei». Man kann über diese Aussage denken was man will, doch versuchen sie zu verstehen, führt zur Erkenntnis, dass wohl genau das gemeint ist was er sagte.

Hören wir Israel zu, wir können etwas lernen. Vergessen wir die Vorurteile und all das erbärmlich dumme Geschwafel und Gespött über Israel.

Stimmt es nicht was er sagte? Seit 5785 Jahre sind «die Juden» der Dorn im Fleisch der Menschheit, der sie antreibt ausserordentliche geistige Leistungen zu vollbringen. Nicht nur «die Juden» auch Christen, Muslime, Sufis, Inder, Chinesen, Tolteken, usw. haben grosses diesbezüglich geleistet, zum Teil unabhängig voreinander zum Teil sich gegenseitig inspirierend. Von den Indern haben wir die Null, von den Arabern die Algebra usw. «Die Juden» haben eine durchgehende 5785 Jahre andauernde Tradition, schriftlich festgelegt. Nicht «heute dies, morgen das». Das ist eine grossartige, einmalige Leistung. Viele die über Israel in ihrem Antisemitismus herziehen können kaum bis 3 zählen. Sie geben sich mit der Erdscholle, aus welcher sie gewachsen sind, zufrieden und mit der Vermehrung der Familie. Mehr wollen sie nicht. Doch … es gibt Platon. Die griechische Kultur, die grossen Gegenspieler, die gar nicht so unterschiedlich sind.

Platon schreibt im Timaios (27,28):

«Zuerst nun haben wir, meiner Meinung nach, dies zu unterscheiden: was ist das stets Seiende, das Entstehen nicht an sich hat, und was das stets Werdende, aber niemals Seiende; das eine, stets gemäss demselben Seiende ist durch Vernunft mit Denken zu erfassen, das andere dagegen durch Vorstellung vermittels vernunftloser Sinneswahrnehmung vorstellbar, als entstehend und vergehend, nie aber wirklich seiend.»

Das «Seiende» ist also durch Vernunft mit Denken zu erfassen. Das «Seiende» ist der göttliche Ursprung. «Die Juden» sprechen Gottes Namen nicht aus und im Taoismus gilt: «Tao, das du benennnen kannst, ist nicht Tao». Im Christentum hätten wir den heiligen Geist zur Verfügung der die Brücke zwischen Mensch und Gott schlägt.

Wenn wir also unseren Verstand, unser Denken und unsere Vernunft brauchen sind wir – wen wunderts – Gott am nächsten. Es ist der klassische Kain – Abel Konflikt der oftmals überhaupt nicht- und wenn, meistens sehr miss-verstanden wird. Das Missverständnis liegt darin, dass im religiösen Wahn gerne Abel gespielt wird. Wir sind aber nicht mehr Abel – wir sind Kain. Alle. Denn Adam und Eva haben von der ‚verbotenen‘ Frucht gegessen. Die Frucht ist nicht verboten, doch davon zu essen ist eine unumkehrbare Entscheidung. Wir sind deren Kinder … nun müssen wir eben den Verstand gebrauchen um unsere Angelegenheiten zu lösen. Womöglich sind uns «die Juden» mit ihrer über Jahrtausende überlieferten Tradition da ein Stück voraus … hört auf Israel. Sie haben etwas geleistet, aus dem Nichts etwas aufgebaut, das man analysieren und angucken, sogar kritisieren kann.

«Die Juden» sind nicht sehr gut darin über ihre Taten zu prahlen. Verständlicherweise wollen sie lieber unerkannt durch ihre Werke brillieren. Allzuoft erzeugen diese Werke Neid und Eifersucht.

Israel braucht die Unterstützung der zivilisierten Welt um den Barbarismus der Terrorfürsten zu zähmen. Wir müssen Israel unterstützen. Nicht im Sinne eines «Geschäftes» sondern in echter Solidarität. Es darf keinen Judenhass mehr geben in unseren Ländern, in Europa und Amerika. In den modernen Staaten. Alle Gläubigen Menschen die eines Verstandes würdig sind, Christen, Muslime, Taoisten, Konfuzianer, Hindus, Sikhs, Buddhisten, Tantriker usw., alle die etwas auf ihre Vernunft halten, müssen jetzt diesen Inneren Kampf in sich selbst führen, nicht gegen die Barbarei sondern für die Erleuchtung. Wir müssen und können unsere Probleme mit unserem Verstand WELTWEIT lösen. Und wir müssen es gemeinsam tun, sonst ist Krieg. Hört Israel zu. Sie führen diesen Kampf seit 5785 Jahren.