gnōthi seauton

Erkenne Dich selbst

Quelle: «Die Erschaffung Adams», Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Erschaffung_Adams#/media/Datei:Creaci%C3%B3n_de_Ad%C3%A1m.jpg

Einerseits sehen wir den etwas einsam dreinblickenden Menschen auf der linken Seite. Andererseits ist da ein Uralter, im Himmel schwebender, der einen seiner Arme um ein Wesen in einer roten Schale oder Ausbuchtung schlingt und gleichzeitig Cupido niederdrückt.

Der Erschaffer des Bildes, Michelangelo Buonarroti, ist als Künstler der Renaissance bekannt. Das Bild, so wird gesagt und belegt, stammt aus dem Jahr 1512. Das war vor 509 Jahren.

Die Renaissance steht für die Wiedergeburt. Wiedergeboren wurde die alte griechische Weisheit in die «Platonische Akademie» in Florenz um 1460 herum. Das Bild ist etwas neuer als «Die Geburt der Venus» von Botticelli, einem anderen bekannten Künstler der Renaissance.

Interessanterweise wird gesagt, die Frau die Modell stand für die «Venus», in jenem Bild, sei eine Verwandte von Amerigo Vespuci, der, so wird gesagt, erstmals feststellte, dass das kürzlich zuvor entdeckte Land nicht Indien, sondern ein eigener Kontinet sei. Damit erhielt der Kontinent auch seinen Namen. Es war auch die Zeit in welcher ein Herr Kopernikus (De revolutionibus orbium coelestium 1543) behauptete, die Erde kreise um die Sonne.

Vom Künstler «Michelangelo» sowie von «Leonardo Da Vinici» wird gesagt, sie hätten bereits exakte Untersuchungen des menschlichen Körpers vorgenommen. Dies schloss mitunter das Sezieren von Leichen (im verborgenen) wohl nicht aus.

So kann verstanden werden, dass die rote Ausbuchtung auf dem Bild wohl ein Gehirn sein kann. Es ist üblich dass Neuentdeckungen erst in Kunstwerken oder Texten versteckt werden um sie mit Freunden zu Besprechen oder Plagiatsvorwürfen zuvor zu kommen.

Da ist also ein «Mensch», ein «Uralter» und ein «Gehirn» miteinander verbunden.

Platon schreibt in seinem Werk «Politeia» auf Deutsch «Der Staat» (Über das Wesen der Gerechtigkeit) :

«Denke sie dir nun beide in zwei ungleiche Teile geteilt, als ob man eine Linie teilte.»

Mit «sie» sind die «sichtbare» und die «denkbare» Welt gemeint. Luca Pacioli (gestorben 1517), der Lehrer von Leonardo Da Vinci, nannte dieses Teilungsverhältnis «Divina Proportione» was heute unter «goldener Schnitt» bekannt ist.

Das wunderbare am goldenen Schnitt ist das Verhältnis des kleineren Teils zum grösseren und dasjenige des grösseren Teils zu der Summe der beiden Teile. Sie sind im gleichen Verhältnis … Das ermöglicht eine unendliche Verkettung von gross zu klein im gleichen Verhältnis. In diesem Verhältnis stehen «Himmel» und «Erde» zueinander.

Makrokosmos, Kosmos und Mikrokosmos sind so «wie oben so unten» miteinander verbunden, wie auf der «Tabula Smaragdnia» geschrieben steht. Die «Tabula Smaragdina» ist Bestandteil des «Corpus Hermeticum», eines in der platonischen Akademie zu Florenz, durch Marcilio Ficino, wiedergeborenen Werke.

Das untenstehende Bild zeigt wie das Verhältnis in diesem wunderbaren Kunstwerk enthalten ist und die Verbindung der Welten beschaffen ist.

Die beiden schwarzen Linien sind exakt im Verhältnis des goldnen Schnittes

Was will nun dies ganze Bild sagen? Der Mensch ist mit der denkbaren Welt in diesem Verhältnis, als «Welt im Kleinen» also als «Mikrokosmos», verbunden. Schlussendlich kann das uns Erschaffende, grössere nur erkannt werden (gnōthi). Das zu erkennen, bedeutet sich selbst zu erkennen. Sich dessen Bewusst zu werden, dass da eine unterbrochene Verbindung besteht. Niemand … kann diese Verbindung für andere wieder herstellen. Das ist der Grund warum wir hier sind, diese zu finden … Das verloren gegangene schwebt vielleicht in den Wolken …. doch das ist unser Hirn. Erkennen, Denken, Urteilen, Phantasieren, Träumen … alles Funktionen die ein Hirn kann und manchmal auch durcheinander bringt. Erkennen … ist diesmal gefragt.

Sobald das Denken einsetzt wird geurteilt, zerteilt, analysiert, separiert, verglichen. Folglich ist das Denken ungeeignet dafür, zu suchen was verloren ging … es erkennen oder in diesem Fall «wiedererkennen» ist die Lösung. Hirntätigkeit hat also verschiedene Qualitäten. Erkennen ist «geistiges Schauen» und was gemeinhin als «Denken» bekannt ist, wird zum Umsetzen der «Erkenntnis» in die Tat gebraucht.

Wiedererkennen der Einheit mit den Kräften die den Menschen erschaffen haben kann mit dem Kopf geschehen und war natürlich in der Renaissance DAS Thema. Wurden damals doch noch Menschen angeklagt und verurteilt, wenn sie die neusten Erkenntnisse veröffentlichten die dem sogenannten «Glauben» widersprachen …

Abschliessend erscheint also ein neuer Titel des Bildes: «Adam erkennt sich selbst».

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