Im Anfang war das Wort …

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.[1]
(Johannes 1, 1: Bibelserver.com , Luther 2017) ( wörtliche Übersetzung )

Als «Wort» wird im in griechischer Sprache geschriebenen «Original» «Logos» verwendet.
«Anfang» kann auch als «Ursprung» verstanden werden.

In dem Buch «Timaios» (31,32) von Platon ist folgender Satz zu finden:

«Das schönste aller Bänder ist nun das, welches das Verbundene und sich selbst soviel wie möglich zu einem macht; das aber vermag seiner Natur nach am besten ein gegenseitiges Verhältnis zu bewirken.
Wenn sich nämlich von irgendwelchen drei Zahlen oder Massen oder Flächen die mittlere zur letzten wie die erste zu ihr sich verhält, und so auch die letzte zur mittleren wie diese zur ersten, so folgt, indem die mittlere zur ersten und letzten wird und die letzte und erste beide zu mittleren, daraus notwendig, daß alle dieselben seien, indem sie aber untereinander zu demselben werden, daß alle eins sein werden.»

Weiter ist in dem Buch «Timaios» (27,28) folgende Aussage zu finden:

«Zuerst nun haben wir, meiner Meinung nach, dies zu unterscheiden: was ist das stets Seiende, das Entstehen nicht an sich hat, und was das stets Werdende, aber niemals Seiende; das eine, stets gemäß demselben Seiende ist durch Vernunft mit Denken zu erfassen, das andere dagegen durch Vorstellung vermittels vernunftloser Sinneswahmehmung vorstellbar, als entstehend und vergehend, nie aber wirklich seiend

Zudem steht im «Timaios» (29c) folgender Satz:

« … denn wie das Sein zum Werden, so verhält sich die Wahrheit zum Glauben.»

Daraus scheint ersichtlich, dass Gott, das «Sein», nicht erspürt oder erfühlt sonden nur «durch Vernunft im Denken» erfasst werden kann.

Weiter geht es im Prolog des Johannesevangeliums:

«Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.[2] 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. 6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. 9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen[3].»

Die Aussage scheint klar zu sein … Das wahre Licht wird das Denken im Menschen erleuchten. Das ist die Aussage im Prolog des Johannesevangeliums und die christliche Botschaft. Auch im Taoismus, Budhismus, Hinduismus ist das die Grundaussage. Im Judaismus und Islamismus wird es dasselbe sein.

Unterschiede bestehen in den Beschreibungen des Weges, die zu dieser Erleuchtung in Vernunft und Denken führen …

Im Grunde zählt nur, ob ein Mensch, egal welcher Herkunft, den Ursprung in Vernuft und Denken erfasst.

In diesem «erleuchtet» sein findet sich auch Wissenschaft und Kunst.