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Die Vier die sich nicht von der Drei multiplizieren lassen wollte

Das war alles so neu für die Zahlen. Sie waren nun nicht mehr einfach nur Zahlen mit denen die Kinder machen konnten was ihnen beliebte und woran sie Spass hatten.

CEHM, der sie nicht aus den Augen liess, hörte bald wieder ein Gemurmel und sogar laute Proteste aus den Zahlenreihen. Er flog näher. Er sah wie sich die Vier die Hände vor die Augen schlug und verzweifelt sagte:

«Ich will nicht von der Drei multipliziert werden!»

«Das ist doch nicht so schlimm» antwortete eine Stimme und eine andere sagte: «Nimm das doch nicht so persönlich.»

«Ich will einfach nicht», sagte die Vier. «Wer weiss was da alles passieren kann. Ich weiss nicht mal was das genau ist. Zahlen haben sicher auch Rechte!»

Oha, dachte CEHM und schwebte etwas näher an die Vier ran.

«Was denkst denn was mit Dir passiert?» fragte er die Vier.» «Keine Ahnung!» rief die Vier verzweifelt. «Kann man einer ungeraden Zahl überhaupt vertrauen?»

«Du wirst einfach verdreifacht und bist dann Zwölf,» versuchte CEHM zu beschwichtigen. «WAAAS» schrie die Vier auf «Kommt nicht in Frage – ich ändere doch meinen Namen nicht!» Was ist das überhaupt «Zwölf?» Die Zahl kenne ich gar nicht, die gibt es nicht. Ich mach das nicht, Schluss, Ende, Aus und Punkt.»

Alle Zahlen hatten Mitleid mit der Vier. Sie fanden zwar multiplizieren nicht schlimm, doch sie spürten die Angst und das kannten sie auch. Angst vor etwas unbekanntem zu haben. Nicht zu wissen was mit einem gemacht wird und niemand kann es richtig erklären.

Die Sieben sagte: «Also ich würde mich gerne von der Drei multiplizieren lassen. Dann gäbe es mich dreimal. Dann könnte ich an den Strand am Meer, in die Berge und an den Markt in der Stadt gleichzeitig.» Die vier guckte die Sieben von der Seite an … Das war doch die Zahl mit denen die Kinder so gerne spielen. Sie muss etwas besonderes sein. Alle reden ja davon wie vollkommen die Sieben sei. Die Vier versteht nicht warum sie sich verdreifachen lassen will. Und doch .. Eis essen, Fussballspielen und Skaten gleichzeitig zu machen und sich nicht nur für eines entscheiden zu müssen … diese Vorstellung gefällt auch der Vier.

«CEHM», flüstert sie, «pass mal auf: Also, ich bin jetzt eine Vier. Nehmen wir an ein Viereck, eines mit Vier gleich langen Seiten, also ein Quadrat. Was passiert denn nun genau wenn ich multipliziert werde mit der Drei?»

«Hmmm», sagte CEHM «also stell dir vor: Das Viereck das Eis essen geht und das Viereck das gerne Fussball spielt und das Viereck das gerne skaten geht, die werden alle mit dem selben Mittelpunkt aufeinander gestapelt. jetzt dreht man das Viereck das gerne Fussball spielt und jenes das gerne skaten geht so weiter, dass überall zwischen den Ecken die Abstände gleich gross sind. Dann hast Du also vier Ecken vom Viereck das gerne Eis isst, vier Ecken vom Viereck das gerne Fussball spielt und vier Ecken von dem Viereck, das gerne skaten geht. Einfach gesagt: Du weisst doch dass du vier Mal die Eins bist. Also, wirst du nachher Drei mal die Vier. Jetzt musst Du also 4 und nochmals 4 zusammenzählen und das gibt acht. Ganz einfach 1,2,3, 4 ,5,6,7, 8 , dann geht es genauso weiter.

Du kennst ja die Reihenfolge der Zahlen? also:»

123412341234
123456789101112

«Stopp, stopp » sagte die Vier «was ist das mit der 10, 11, 12 ? Das sind doch keine Zahlen.» «Doch doch», sagte CEHM, «Da braucht man eben die Null, die ihr vorhin vergessen habt. Die Null bedeutet einfach Null bis Neun. Stehen Zahlen dicht nebeneinander so sind es Zahlen grösser als Neun, also 10. So sieht die Reihe bis 20 aus: 0,1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,15,16,17,18,19,20. Es ist einfach. Zwölf ist eben drei mal vier. Es ist auch zwei mal sechs und es ist auch Vier mal Drei.» «Vier mal Drei?» fragt die Vier. «Kann ich die Drei auch multiplizieren?» «Ja klar», sagte CEHM, «Es gibt auch zwölf wenn Du die Drei multiplizierst.»

«Nun gut», dachte die Vier … also das wäre ja dann fair, wenn ich das auch mit anderen Zahlen machen kann. «Also gut – ich bin einverstanden! Drei, bitte vermultipliziere mich.», rief die Vier und fühlte sich ganz mutig.

Die Drei kam, nahm die Vier und machte daraus nochmals zwei identische Vier und fügte alles zu einer schönen 12 zusammen. Die Vier hatte Spass. Jetzt gab es sie dreimal. «He, Du, Zwei, komm und rechne auch mit mir», rief sie übermütig. Die Zwei kam und teilte sie entzwei. Es blieben zwei Sechs übrig. Die Vier war schockiert. «Ich dachte du spiegelst mich. Das hast du doch gesagt, dass du den ganzen Tag vor dem Spiegel stehst und dich selbst betrachtest und verdoppelst!» «Ah so – ich habe dich durch Zwei geteilt, von multiplizieren war nicht die Rede», sagte die Zwei. «Was soll ich jetzt machen, CEHM?» fragte die Vier.

«Oh, Du könntest die Zwei bitten sich zu dir hinzuzählen und dann nochmals dich zu teilen.» «Ja, bitte Zwei, mach das was CEHM sagte, er ist so klug.» «Kein Problem», antwortete die Zwei.»

Schwupst zählte sie sich zu einer der beiden Sechs hinzu und die Sechs wuchs zu einer Acht. Dann halbierte die Zwei die Acht und daraus gab es dann wieder zwei Vier.

Nun fühlte sich die Vier wieder ganz und war erleichtert. Diese Rechnerei hatte sie ganz verwirrt. Doch es machte auch Spass.

«Warum bin ich eigentlich Schwarz?», fragte die Vier, «die Zwei ist Rot und die Drei ist Gelb. Das sind richtig schöne Farben.» Sie guckte CEHM erwartungsvoll an. «Darüber müssen wir uns ein andermal unterhalten», sagte er. Ihm wurde es nun zu bunt und er verabschiedete sich höflich. Er wollte mal wieder nach Cinderella sehen, ob sie immer noch so traurig ist.