Nach der Zeit der Bilderstürme, die in der Vergangenheit in Europa wüteten, ist nun die Zeit der Bilderfluten und eigentlicher Bilder-Tsunamis über uns hereingebrochen. Über zehntausende von Kilometern kann ein Ereignis innert Sekunden übertragen werden und können dadurch Millionen von Menschen auf dem ganzen Erdball nahezu gleichzeitig zum Jubeln oder Weinen gebracht werden.
Verschiedene Technologien wie Aufnahmegeräte, Funkwellen, Übertragungsprotokolle und Anzeigegeräte wirken dabei zusammen.
Für Menschen, Millionen oder sogar Milliarden, sind diese kleinen oder grossen Bildschirme ein Fenster in eine Welt voller Abenteuer.
Je schneller Informationen übermittelt und verteilt werden können umso aktueller sind sie und umso gleichzeitiger sie wahrgenommen werden desto wirkungsvoller können sie sein.
Wie ist es dazu gekommen?
Konnten sich in früheren Zeiten die Menschen nur langsam fortbewegen, zu Fuss zum Beispiel, war es nur möglich, ein verhältnismässig kleines Reich zu verwalten und es bildeten sich dementsprechend kleine Kulturräume. In benachbarten Alpentälern in der Schweiz werden zum Beispiel noch heute verschiedene Idiome, Dialekte oder gar Sprachen gesprochen. Je schneller Informationen in einem Kulturraum ausgetauscht werden können umso effizienter kann er verwaltet oder gar beherrscht werden..
Mit Ochsen und Pferden konnte dann eine grössere geographische Fläche zu einem Kulturraum zusammengefasst werden. Alexander der Grosse und die Römer haben daran gearbeitet.
Zu Land, zur See und zur Luft bis in den Weltraum, durch stetig effizientere Energieträger, von der Wasser- und Windkraft über die Nutzung von Fossilen Brennstoffen bis zu radioaktiven Materialien, direkt oder mittels Elektrizität wurden und werden physische Fahrzeuge damit angetrieben und fortbewegt. Parallel dazu entwickelten sich die Informationsmedien. Von den handgemachten Folianten über den Buchdruck und Offsetdruck, Fotografie, Film, Fernsehen bis zur Erfindung des Computers und den aktuellen digitalen ˂social media˃-Formaten die über das internationale Netzwerk ‹Internet› weltweit und sogar mit der Weltraumstation ISS, geteilt werden können. So ist es möglich, Informationen schneller als das Echo in den Bergtälern auf der ganzen Erdkugel zu teilen.
Die Entwicklung wird noch nicht fertig sein und verfeinstofflicht sich noch mehr und rasant. Erste Weiterentwicklungen werden schon sichtbar mit der Technik der Quantenverschränkung, mit der Photonen über grössere Distanzen sich gleichzeitig verändern wenn die Polarisation oder Flugrichtung durch Messung eines der verschränkten Photonen verändert wird. Das wird wohl in Zukunft die Möglichkeit bieten dreidimensional berechnete Objekte zu konstruieren und diese gleichzeitig andernorts sichtbar zu machen. ˂Gleichzeitigkeit˃ in der Reaktion auf die Veränderung verschränkter Photonen muss man sich über Millionen von Lichtjahren hinweg vorstellen. Seit Einstein gilt die Lichtgeschwindigkeit als schnellste Physikalische Fortbewegung. Sie erscheint in diesem ˂Licht˃ der «spooky action», in mindestens zehntausendfacher Lichtgeschwindigkeit, als bedeutungslos. Immer wichtiger werden für uns (Jahr 2019) auch die unterschiedlichen Raumzeitkonstanten, das heisst, dass die Uhren an Orten ausserhalb der Erde schneller laufen als auf der Erde. Auch das Zusammenspiel der Dimensionen sei hier angedeutet.
Die Erdkugel ist nun also umspannt und die Menschheit zu einem Kulturraum mit regionalen Unterschieden vernetzt. So werden die Prophezeiungen über die ‹Gemeinschaften› im Wassermannzeitalter Wirklichkeit, inklusive der Reaktion in der bipolaren Welt der ‹Dialektik›.
Ziemlich verloren erscheint das Jahrtausende alte 2. Gebot im 2. Buch des Moses.
Man kann sich angesichts der aktuellen, soeben geschilderten Bilder und Informationsschwemme zu Recht fragen was das denn überhaupt noch soll (Mos. 2, 4-6):
«Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.»
Es drängt sich die Frage auf: Warum soll man sich keine Bildnisse machen? Und inwiefern sind nicht die steinernen Tafeln selbst schon so ein ‹Bildnis› …
Um es klar auszusprechen: Anstatt direkt die Gnosis zu schauen und so unmittelbar zu unermesslichem geistigem Reichtum zu gelangen kleben wir magisch an tausenden Bildnissen.
Warum lassen wir uns so erbärmlich täuschen?
Wie geht das vor sich?
Etwas wird gerne übersehen: auf den Steintafeln der 10 Gebote steht ‹… du sollst D I R kein Bildnis machen …›. Man muss natürlich hebräisch verstehen um da die Feinheiten richtig deuten zu können. Nehmen wir an, die Übersetzer haben diesmal das Richtige getan.
Bilder oder Videos ziehen unsere Aufmerksamkeit an und sie wird weg gelenkt von unserer unmittelbaren Umgebung. Dasselbe geschieht ja auch wenn wir etwas lesen oder hören. Wir sind – mehr oder weniger – mit unserer Aufmerksamkeit darauf gerichtet. Es ist in diesem Sinne tatsächlich unwichtig ob wir im Stadion sitzen oder 20´000 km entfernt an dem Geschehen teilhaben. Beide Male sind wir, wie man sagt, ‹voll drin›.
Wie ist das möglich?
Wir können es mal so betrachten: wir begeben uns mit unserer Aufmerksamkeit, mit unserem Fokus in einen ‹Werteraum›. Der Werteraum kommt jedoch zu uns, überstülpt sich unserem Bewusstsein. Wir begeben uns in eine, (modern ausgedrückt) ‹Bubble› oder ˂Blase˃.
Das kann eine ganz kleine Bubble sein, so gross wie das Gas im Mineralwasser oder Weltumspannend wie Wissenschaft, Sport oder Religion und Unterhaltung. Diese ‹Bubbles› sind ‹feinstofflich›. ‹Feinstofflich› kann man sich folgendermassen erklären: Ich schreibe z.B. das Wort ‹Baum›. Sofort können sie sich ein Bild von diesem ‹Baum› machen. Wird dieser ‹Baum› nicht genauer beschrieben, machen sie sich ein eigenes Bild. Nirgends ist dieser ‹Baum›, doch in ihrer Vorstellung. Sie können sich den Baum durch die verschiedenen Jahreszeiten hindurch vorstellen, etwas Wind dazu geben, eine Umgebung. Bei der Umgebung kommen ihnen besonders schöne Plätze in Erinnerung, womöglich mit romantischen Erlebnissen.
Wo blieben wir stehen mit unserer Betrachtung?
Wir können nun in dieser Landschaft, die wir mittels unserer Vermögen geschaffen haben umherwandern und Geschichten erfinden oder nacherleben in unserer Erinnerung.
Die Landschaft und unsere Erlebnisse darin sind physisch nicht vorhanden. Und doch haben sie einen direkten Einfluss auf Ihre und womöglich auch meine ‹Realität› sprich Grobstoffliche, das heisst ‹materielle› oder ‹physikalische› Wirklichkeit. Konkret kommt uns vielleicht unsere Grossmutter in Erinnerung wo der Baum stand und wir unternehmen darum physisch eine Reise dorthin. Die Vorstellung kann nicht direkt (oder noch nicht) nachgewiesen werden, doch die Reise dorthin kann man mittels Kassenzetteln und abgewetzten Schuhen belegen.
Einen ähnlichen Vorgang erleben wir beim Betrachten von einem Bild oder Video.
Während Erzählungen, Bilder oder Filme unsere Aufmerksamkeit fesseln werden unsere Gedanken und Assoziation in bestimmte Richtungen gelenkt. Wir sind dann in dieser ‹Bubble› mit ihren Eigenschaften. Wenn also eine verpixelte Figur 20´000 km weit entfernt ein geschossenes Fussball-Tor nicht anerkennt, können sich Menschen gegenseitig verprügeln, wildfremde Menschen sich vor Freude in die Arme fallen oder ähnliches.
So gesehen kann man von einem Zauberspiegel reden. Etwas magisches das einen anzieht und in Bann schlägt. Das Medium das diese Magie ausübt ist der eine Faktor – der andere, viel entscheidendere sind die Menschen, die sich dadurch bannen lassen. Die connected sind, an der Leine, ˂online˃ und so ihre Zeit verbringen. Damit die Medien ihre magische Kraft entfalten können muss ein Nährboden da sein, ein Bedürfnis und das ist zweifellos vorhanden.
In der englischen Sprache gibt es das Wort ‹Mind› und den Ausspruch ‹all happens in Mind›. Übersetzt kann das etwa werden als ‹alles geschieht in unserer Vorstellungskraft›.
Unser Haupt ist eine Interessante Schnittstelle von den verschiedensten Einflüssen. Wir registrieren dort Empfindungen, Gefühle, Träume, Tagträume, Meditationen, Geschichten, Filme, Games und so weiter. Es kommen dort verschiedene ‹Vorstelllungen› oder ‹Bildnisse› zusammen. Man ist sich manchmal nicht sicher, ob man das schon einmal erlebt oder geträumt hat..
Geschichten, Filme News und so weiter sind eigentliche Traumkonserven. Perlmutschimmernd wurden sie in der Vergangenheit in Laufwerke geschoben. Heute gestreamt und wer weiss, vielleicht in Zukunft direkt in unser Vorstellungsvermögen gebeamt, wie der Herausgeber der NYT einst sagte, dass er dies machen würde, wenn er könnte.
Wir werden von Eindruck zu Eindruck gehetzt, hunderte Geschichten, Serien und dergleichen bevölkern unsere Vorstellungskraft. Mit Mikrowellen gestreamte Traumkonserven – so oft aufgewärmt bis sie sich matschig anfühlen.
Wo sind unsere eigenen Gedanken? Wer sind wir?
Was ist der Sinn?
Gehören uns unsere Gedanken überhaupt noch oder werden wir im eigentlichen Sinne ˂gedacht˃? Ist da eine böse verborgene Macht Schuld die die Fäden zieht oder am Ende wir selbst, weil wir das zulassen?
Es ist nicht einfach darauf zu antworten. Doch anstatt zu verzweifeln und die nächste Konserve einzuwerfen können wir wählen. Wir können nicht nur zwischen rot oder blau wählen, denn das ist ja wirklich kein grosses Vorrecht zwischen zwei vorgegebenen Möglichkeiten wählen zu können. Um das Richtige wählen zu können ist das Kleinod der Unterscheidung nötig. Das ist etwas das Menschen besitzen. Wir können dieses Kleinod des Unterscheidens nutzen. Im Alltag, sogar in jedem beliebigen Moment.
Es braucht keine Anstrengung dazu sondern eigentlich nur den Wunsch, es zu tun. Mit dem Kleinod der Unterscheidung können wir erkennen ob uns etwas angeworfen und so in unser Bewusstsein eingepflanzt wird oder ob das was wir denken durch einen aktiven Prozess zustande kam den wir selbst bestimmen.
Das ist der entscheidende Moment, wenn wir dem, was unsere Aufmerksamkeit will, unsere Aufmerksam schenken und es damit beleben. Das ist unsere Macht. Will etwas in unser Bewusstsein dringen, das wir nicht wollen, können wir es ‹canceln›. Wir können ein Sensorium entwickeln zu unterscheiden was unseren Idealen entspricht und was uns etwas einflüstern will.
Wir können unterscheiden lernen zwischen Information, Manipulation und z.B. Entertainment zu deutsch ˂Unterhaltung˃. Welche der auf uns prallenden Informationen nehmen wir auf, integrieren sie in unser aktuelles Bewusstsein und welche schmeissen wir wieder raus? Welche kompostieren wir auf dem mentalen Komposthaufen unnützer, quälender und unverdauter Aufmerksamkeits-Fetzen. Praktische wäre wenn gewisse ˂Informationen˃ schon weit aussen an unserer ˂Bubble˃ abprallen und das Weite suchen.
Wie halten wir unseren Geist in der heutigen Zeit rein und klar, haben trotzdem Spass und Schaffenskraft aber verhindern, dass wir ˂gedacht werden˃ und unser ‹Mind› mit unseren kollektiv ˂Quantenverschränkten˃ Identifikationen absinkt?
Da gibt es Zwei Richtungen in die zu Arbeiten ist. Eines Teils die Einflüsse zu Filtern indem wir sie mit unseren Idealen abgleichen. Andernteils unsere Ideale immer mal wieder überprüfen, ob sie noch sinnvoll sind um unser Handeln danach auszurichten.
Ideale die den zeitlichen Veränderungen standhalten … gibt es denn sowas noch! Ja, das gibt es wohl. In der Platonischen Philosophie wird sinngemäss unter anderem gesagt: Was nicht gut oder schön, nicht nützlich und nicht wahr ist, beachte nicht, leihe dem keine Aufmerksamkeit …
Gehören wir zu den Menschen die ‹Philosophie› für wahr, nützlich und schön halten, die so denken und so unterscheiden? Wenn ja, dann haben wir ein grösseres Problem 🙂 Es wäre einfacher sich weiter mit dem Gerede zu befassen und die ‹mentalen Komposthaufen› zu füllen als dieses Problem lösen zu wollen. Nicht wahr?
Augenscheinlich nicht wenn sie immer noch lesen.
Wir wollen also dem Gedanken weiterhin folgen.
Wir stehen nun vor der Anforderung, beurteilen zu können was wahr ist, was schön ist und was nützlich ist.
Wir sollten also das Wahre, das Schöne und Gute und das Nützliche kennen.
Die Wahrheit erkennen wir mit unserem Denken, die Schönheit mit unserer Seele und die Nützlichkeit mit unserem physischen, stofflichen Körper.
Die Wahrheit können wir durch die Eigenschaft des Denkens, die im Vergleichen besteht, erkennen. Manchmal braucht es dazu ein bisschen Zeit und Erfahrungen.
Schönheit entsteht durch Harmonie im Wandel der Gegensätze, in Tönen, Formen und Farben und sind von unserem seelischen Vermögen unmittelbar wahrnehmbar. Auch da hilft vergleichen und abwägen um das Sensorium zu entwickeln.
Nützlichkeit dient unserer materiellen Existenz. Kann unser Körper es essen und speit es nicht gleich wieder aus so dient es der Erhaltung. Können wir eine Information dazu verwenden Gewinn zu machen, ist sie nützlich. Allerdings ist das nicht schön wenn dadurch ein Mitmensch Verlust macht – also betrogen wird, sondern der Mehrung in gemeinschaftlichem Sinne dient, wer auch immer sich dazu berufen fühlt das zu beurteilen.
Der gesamte spirituelle, psychische und physische Kreislauf von Bildern, die wir beleben, ob von aussen angeworfen oder in unserer eigenen Fantasie produziert, in Gedanken mit Gefühlen oder Gewohnheiten des Körpers angetrieben, hält uns gefangen. Es sind die Bildnisse die wir selbst gemacht haben. Eigene oder von aussen angeregte, getriggerte.
Stehen wir also mitten in den Informationswogen und schärfen unser Bewusstsein um die anstürmende Bilder- und Informationsflut Flut zu sortieren und nach dem Sieb des Weisen zu filtern nach Schönheit, Wahrheit und Nützlichkeit, so wird alles einfacher und die Wogen beginnen sich zu glätten.
In diesem Sinne lesen wir die alten Geschichte:
Zum Weisen kam einer gelaufen und sagte: «Höre Alter, das muss ich dir erzählen!»
«Halte ein!» – unterbrach ihn der Weise, «Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?»
«Drei Siebe?», fragte der andere voller Verwunderung.
«Ja guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?»
«Nein, ich hörte es erzählen und …»
«So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut?»
Zögernd sagte der andere: «Nein, im Gegenteil … »
«Hm…», unterbrach ihn der Weise, «So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es wenigstens notwendig was du mir erzählen willst?»
«Notwendig? – Nun, das kann man nicht behaupten …»
«Also» sagte lächelnd der Weise, «wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.»
Es ist nicht einfach sich mehrmals täglich, bei all den Eindrücken die durch verschiedene Medien auf uns einprasseln, diese 3 Siebe anzuwenden. Das wir uns sicher nicht auf Anhieb gelingen. Doch wissen wir dann wenigstens warum wir manchmal verwirrt sind und an magischen Bildnissen kleben geblieben sind.
Doch es gibt ganz andere Bilder. Bilder die uns helfen können. Vielleicht kennen sie die Oper «Die Zauberflöte». Im vierten Auftritt singt Tamino:
«Dies Bildnis ist bezaubernd Schön,
Wie noch kein Auge je gesehn, …»
Dies singt er, beim ersten Betrachten des Bildnisses der «Pamina».
Es ist das Bildnis «Wie noch kein Auge je gesehn». Das kann wörtlich verstanden werden, denn es ist nicht mit den Augen zu sehen, es ist ein inneres Bild. Das Bild erweckt die Sehnsucht mit ihm vereint zu sein. Dieses Schlüsselerlebnis bringt Tamino im weiteren Verlauf der Geschichte vor die Pforten des Tempels der Weisheit. Und nach weiteren Prüfungen werden Pamina und Tamino schlussendlich in den Tempel eingelassen.
Es gibt viel über die Rätsel und Mysterien in der Oper «Die Zauberflöte» zu sagen. Im Wesentlichen handelt es sich um die Umkehr und Verwandlung des naturgeborenen Menschen in den geistigen Zustand der Erleuchtung.
Sarastro ist im Besitz des «Siebenfachen Sonnenkreises». Damit wird ein Bewusstseinszustand angedeutet an dem jedes menschliche Wesen, so es denn will, Anteil haben kann.
Wesentlich ist die Tatsache der «Verwandlung». Genau so wie es im 1. Korinther Kap. 15 v. 50-52 steht: «Ihr werdet verwandelt werden». Das ist der entscheidende Schlüssel. Die Verwandlung. Die geht dem neuen Bewusstsein voran, ist gleichsam deren Bedingung.
Beachten Sie die verschiedenen Sphären in welchen sich die Handlung der «Zauberflöte» bewegt und die Herkunft der verschiedenen Personen.
Die «Königin der Nacht» ist die Astralsphäre. Sie ist Rachsüchtig und tobt vor Eifersucht, weil sie keinen Anteil am «Siebenfachen Sonnenkreis» haben kann. Solange diese Eigenschaften noch aktiv sind: Rachsucht, Hass, Wut, Leidenschaften, gab es noch keinen Eintritt in den Tempel der Weisheit. Das ist schlimm, doch die, die sich Weisheit und Erleuchtung wünschen. Es ist aber auch verständlich. Denn erst kommt der Prozess der Verwandlung.
Drei Knaben aus der Luft, mit je einem silbernen Palmzweig in der Hand singen Tamino zu:
«Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Doch musst du, Jüngling, männlich siegen,
Drum höre unsere Lehre an:
Sie standhaft, duldsam und verschwiegen.»
Es ist die Methode sich aus der Sphäre der «Königin der Nacht» heraus zu arbeiten.
In der Sphäre der «Königin der Nacht» sind all die Bilder des Plagiats des «magischen Spiegels», der Bildschirme, angesiedelt, solange sie nicht zu Informationszwecken des Alltags oder der Zerstreuung dienen. Spiegel haben früher ihre spiegelnde Eigenschaft von einer Beschichtung mit Silber, dem Metall des Mondes, erhalten.
Das weitverzweigte Netz, die Matrix, der vielen Knotenpunkte und myriaden Verbindungen sind Werkzeuge der Astralsphäre. Netze können bekannterweise Schutz geben aber auch Fangen.
«Sei standhaft, duldsam und verschwiegen», richte deinen Blick auf das Bildnis im Inneren, auf «Pamina» und lasse es durch nichts überlagern und verdecken. Die Liebe dazu lässt dich «männlich» siegen. Ob Frau oder Mann. «Standhaft, duldsam und verschwiegen» geleitet durch die Liebe zu eben dem innerlichen Bild.
Kommt unser aufgewühltes Gefühlsleben so durch die Tat der «Wahl» und der Liebe zum inneren Bildnis, endlich zur Ruhe, sedimentiert sich und können wir endlich unseren ersten Atemzug in frischer, reiner Luft tun, breitet sich grosse Freude aus.
So wird der Weg zum Vorhof des Tempels gegangen.
Nach den Einweihungen im Tempel wenn sich dann im Innern der «Lotos» entfaltet und die reinen weissen Blütenblätter sichtbar werden, an denen durch die spezielle Beschichtung nichts mehr haften bleiben kann, so kommt der eigentliche Nutzen dieser Wunderblume zur Wirksamkeit …
Vielleicht haben sie schon einmal in einem Bioladen oder Asiashop die Wurzelscheiben der Lotospflanze angeschaut. Sind ihnen dabei die riesigen Löcher im Querschnitt aufgefallen? Durch diese pumpt die Lotospflanze Sauerstoff in den Tümpel in welchem sie wächst. Sauerstoff als Träger des Geistes wird in den Tümpel, aus dem sie emporgewachsen ist, gepumpt, in den Träger des kollektiven Bewusstseins, vermischt mit dem Kohlenstoff der Formgebenden biologischen Existenz.
Während sich Menschen romantisch mit dem Bilde des reinen Lotos gedanklich und Emotional verbinden, ist dem «Erwachten» bewusst der Täuschung nicht zu erliegen und die eigentliche Arbeit mit «nicht Tun» zu verrichten.
Unser Gefühlsleben erfährt auf diese Weise eine ‹Detox Kur› indem die freien Radikale unserer Emotionen gebunden und ausgefällt werden. Durch das geistige Bewusstsein das mit dem Sauerstoff in unsere Wesen kommt, können wir diesen ersten, befreienden Atemzug der Sonne entgegen tun und sind somit in der Lage ungetrübt auf die Wahrheit zu blicken. Sobald das Fenster der Seele so gereinigt wird und ungetrübte Sicht erlaubt, können wir vielleicht ein bisschen von der Wahrheit begreifen wie die Schöpfung, in der wir leben, aufgebaut ist und eventuell sogar mehr als nur drei Dimensionen überblicken und uns bewusst darin bewegen. Wie sie bemerkt haben ganz ohne schräge, geheimnisvolle und sündhaft teure Praktiken – schlussendlich einfach nur mit dem konsequenten Wunsch, dem dürsten nach Wahrheit und der Tat bewusst in sein eigenes Leben einzugreifen …
Bleiben wir so, mit glasklarer Seele gerichtet auf die Bilder des Geistes, aus dem Feuer und Licht der geistigen Sonne, werden diese in unsere dunkelsten Ecken und Winkel unseres Wesens gesendet. Unser ganzes Wesen beginnt in der Reinheit des Geistes zu vibrieren. So leitet Herkules den Lichtstrom des Geistes in den Augias Stall.
Dies kann niemand für uns tun – da sind wir ganz alleine auf uns gestellt und das ist gut so. Das ist der Bewusstseinszustand der Gnostiker – denjenigen, die direkt die Gnosis schauen oder direkt ins Licht sehen und nicht mehr auf Mittler angewiesen sind, die womöglich selbst im Trüben fischen und aus Verzweiflung sich an steinernen Tafeln festhalten …
Erst in diesem ganz anderen, neuen Bewusstsein wird es möglich sein, helfend zur Seite zu stehen wenn Hilfe benötigt wird und womöglich so eine ertrinkende Seele aus der Lebenssee herauszufischen.
Ist das Bewusstsein alltäglich auf das «bezaubernd schöne Bildniss» gerichtet, wirkt es.